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Bergsommer 2026 - Abschnitt 3
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Unterwegs im Montafon

Es dauert recht lange, ehe ich nach der erfolgreichen Ararat-Besteigung wieder einmal in die Berge komme. Zu schön ist es in der wirklich heißen Zeit, einfach die vielen Badeseen im Münchner Norden anzuradeln und die Hitzewelle dadurch einigermaßen entspannt über sich ergehen zu lassen. Anfang September ist es aber dann wieder so weit; es geht ins Montafon. Dort treffe ich mich mit neun weiteren mehr oder wenigen jungen Gesellen, die der angenehmen Gesellschaft frönen und dem Gott von Hopfen und Malz ausgiebige Opfer bringen.
Zunächst verschlägt es mich jedoch am Ankunftstag erst einmal nach Gargellen, wo ich auf einen Berglauf um die Ritzenspitzen starte. Schönes Jungvieh sieht mir zu, wie ich pustend und keuchend die ersten Höhenmeter nach Süden anlaufe.

Das Wetter ist gemischt; leichter Nieselregen liegt immer wieder in der Luft. Ich bin nicht sonderlich unglücklich darüber - zum Laufen ist es angenehm, etwas kühlere Temperaturen zu haben.

Nach längerem, meist nicht allzu steilem Bergauf stehe ich am höchsten Punkt der Runde, dem Valsifenzer Joch. Die Sonnenbrille hätte ich mir sparen können, nicht jedoch die dünne Windjacke, die ich in an dem zugigen Joch gut brauchen kann.
Nun geht es lang und technisch nicht allzu anspruchsvoll wieder hinunter; die Alpe Vergalden ist das nächste Ziel. Mir ist zu dem Zeitpunkt schon klar, daß es dort vermutlich keine Einkehrmöglichkeit mehr geben wird, habe ich doch am Start der Runde den Almabtrieb der Alpe erleben dürfen. Und in der Tat ist die Alp verlassen und ohne Bewirtung. Für mich geht es daher gleich weiter zum Endpunkt der Runde in Gargellen. Gut bedient, aber zufrieden steige ich ins Auto und rolle hinab zur Unterkunft, einem kleinen Häuschen oberhalb Gargellen.
Da sehe ich - ein wenig an die Bergspezialisten der Tour de France erinnernd - einen meiner Hüttenkameraden nach oben strampeln. Selbstverständlich wende ich mein Auto und hole Carsten bald ein. Wann hat man den schon die Möglichkeit, einen armen Radler mit dem Gruß von Udo Bölz zur Beschleunigung zu bringen? Nachdem er sich nach meiner lautstarken Ansprache ("Queel dich du Sau!") seiner persönlichen vmax deutlich angenähert hat, drehe ich zufrieden ab und rolle zur Unterkunft. Der angenehm gesellige und bierhaltige Teil des Tages kann beginnen.

Am nächsten Morgen präsentiert sich ein geradezu kitschig makelloser Sommertag. Ich beschließe, am Vormittag eine Laufrunde zur Gweilalpe zu unternehmen. Zunächst geht es von der Hütte hinab ins Tal, und von dort aus teilweise sehr steil hinauf. Ob es am Bierkonsum des Vortages liegt, oder an dem doch beachtlichen gestrigen Laufpensum, oder aber nur an den wirklich warmen Temperaturen - ich kann diese Steilheit nicht mehr laufen, sondern nur noch schnell gehen. Das tut der schönen und abwechslungsreichen Strecke natürlich keinen Abbruch.

Endlich komme ich am Ensemble der Gweil-Alm an. Silbern glitzern die beschindelten Dächer in der Sonne.

Ein paar Meter über der Alpe finde ich, was ich gesucht hatte: Einen kleinen Bachlauf, um die Beine zu kühlen; daneben ein schönes Fleckchen Wiese für eine kurze Liegepause.
Nach der Erfrischung geht es dann wieder im Laufschritt bergab - die Schenkel beschweren sich trotz der Pause nun recht deutlich über die Beanspruchung. Immerhin ist der Rückweg über Wirtschaftswege mit vielen Serpentinen nicht so steil wie der Anstieg. Ich bin glücklich, als endlich die Unterkunft wieder in den Blick kommt und die Beine hochgelegt werden können.

Der nächste Tag bringt - es war ja beinahe zu erwarten - einen höllischen Muskelkater. Es reicht daher nur noch zu einem kleinen Kaffee-Ausflug per Rad hinauf nach Gargellen; sozusagen aktive Erholung. Erst nach der zweiten Nacht fühle ich mich wieder imstande, eine weitere Laufeinheit zu absolvieren. Ich entschließe mich kurzerhand dazu, ein weiteres Mal die Ritzenspitzen zu umrunden, dieses Mal jedoch in die andere Richtung. Im Aufstieg komme ich wieder an der - jetzt verlassenen - Alp Vergalden vorbei.

Der höchste Punkt präsentiert sich dieses Mal in deutlich besserem Wetter. Vom Falsifenz-Joch aus laufe ich die prächtige Umgebung hinab zurück nach Gargellen. Nach der sportlichen Betätigung geht es nochmal hinab zur Hütte, wo ich mich bei den Jungs noch eimal verköstige und dann verabschiede. EIn grandioses verlängertes Wochenende liegt hinter uns, und ich rolle etwas wehmütig zurück nach München.
Endlich wieder im Karwendel!

Nach außergewöhnlich langer Abwesenheit spült es meine Frau und mich endlich wieder einmal ins Karwendel. Wir sind froh, diesen sehr speziellen Winkel der Alpen wieder einmal zu Gesicht zu bekommen. Auch das schmucke Jungvieh freut sich über seine Weide in atemberaubender Kulisse.

In alter Tradition besteigen wir die Östliche Karwendelspitze, nachdem wir den Radl-Part mit erheblichem Schweißzoll absolviert haben.

Was für eine Landschaft!

Der Gipfel mit Kreuz ist erreicht - wir bewegen uns dennoch noch nach Norden weiter.

Nachdem wir am Nordgipfel des Berges eine gemütliche Brotzeit genehmigt haben, geht es zurück. Man erkennt, daß das Kreuz deutlich tiefer liegt.

Im Absteig nehmen wir uns wieder einmal das durchaus anspruchsvolle Ostkar vor. Sehr schotterig und teils etwas ausgesetzt geht es hinab, ehe wir in angenehmener Steilheit im Ski-Modus nach unten abfahren.

Am Wirtschaftsweg zum Karwendelhaus warten dann wieder unsere Räder auf uns. Gemütlich rollen wir hinab nach Scharnitz und gönnen uns an der Lände einen leckeren Eiskaffee.
Später am Abend erleben wir bei unserer Unterkunft in Mittenwald noch einen expressiven Sonnenuntergang.

Tags darauf reiten wir wieder auf unseren Drahteseln in die Karwendeltäler. Tief fällt der Blick hinunter in die Gleirschklamm.

Den gleichgenannten Berg besteigen wir wenig später von der Amtssäge aus. Der Blick schweift zu den Miemingern und zum Wetterstein.

Karwendeltypisch anstrengend und schottrig gestaltet sich der Anstieg zum Gipfel.

Endlich oben angekommen! Gestern hatten wir die Pleisenspitze noch von Norden gesehen, heute von Süden.

Blick nach Westen

Auch am Gleirsch wählen wir den Abstieg über das Ostkar. Teilweise haarig tasten wir uns nach unten, ehe es wieder gemütlich ausläuft. Die letzten Kilometer rollen wir wieder entspannt auf den Rädern ins Tal.
Wie eigentlich immer - das Karwendel ist eine außergewöhnlich schöne und teilweise noch recht wild gebliebene Bergregion. Wir sind froh, solch ein Juwel in näherer Umgebung zu haben!
Im Lamer Winkel im Bayrischen Wald

Nicht weniger schön, aber doch mit gänzlich anderem Charakter erwartet uns ein Wochenende später der Bayrische Wald. Wir quartieren uns wieder einmal in Lam ein, um in der dortigen Umgebung über Stock und Stein zu heizen - in Laufschuhen, versteht sich...
Am ersten Tag sind wir von Eck aus am Mühlriegel unterwegs.

Tags darauf wagen wir uns ein weiteres Mal an die längere Runde über Absetz auf den Großen Osser.

Wir freuen uns am beinahe skandinavischen Ambiente.

Laufen in der Elfen-Welt

Am roten Kreuz machen wir eine kleine Pause. Die Stimmung ist gut.

Immer wieder entdecken wir größere Fliegenpilze.

Kurz vor dem Gipfel des großen Osser kommen wir wieder ans Licht. Ein paar Baumstümpfe erinnern an den Urwald-Charakter des Bayrischen Waldes.

Das Panorama von Großem wie auch von Kleinem Osser hinunter nach Lam ist idyllisch.

Ab dem Parkplatz Sattel geht es über den wohl schönsten Pfad der Runde: Immer am Kamm entlang geht es Richtung Maria Hilf.

Toll!
Weniger schön ist allerdings, daß ich ein Wespennest "entdecke", und prompt zwei Stiche ins rechte Bein kassiere...

Trotzdem kann ich die schöne Umgebung noch genießen; auch die Schwellung hält sich in Grenzen.

Im Lam genehmigen wir uns dann den hochverdienten süßen Abschluß des Tages.

Ein ruhiger Abend rundet den anstrengenden Tag ab.

Tags darauf laufen wir von Eck aus eine Runde über den Kaitersberg. Die imposanten Rauchröhren sind einen Besuch wert.

Auch hier gibt es schöne Gipfelkreuze!
Nach den drei LAufrunden sind wir gut bedient und fahren entspannt zurück nach München.
Spätsommer in der Leutasch

Bei Kaiserwetter geht es ein paar Tage später in der Leutasch los. Wobei - Kaiserwetter gilt nur oberhalb der Nebeldecke, die sich tief im Tal hält...

Ab einer gewissen Höhe ist der Spätsommer perfekt. An der Hohen Munde brandet der zähe Nebel an...

Das Inntal liegt noch im Schatten.

Die Pisten des Seefelder Skigebietes liegen als grüne Bänder in der Sonne.

Wir erreichen den Gipfel der Gehrenspitze und halten eine kleine Brotzeit.

Danach geht es den Südwandsteig entlang. Letztgenannte bildet einen wilden Hintergrund für das nebenstehende Photo.

Am nächsten Tag versuchen wir uns nach langer Zeit wieder einmal an der Hohen Munde. Bald stehen wir hoch über der Leutasch; noch bedecken Wolkensprenkel Teile des Himmels.

Bereits am Ostgipfel wird klar, daß diese Wolkenreste bald verschwunden sein werden. Wir genießen die Tiefblicke hinunter nach Telfs.

Weiter geht es zum Westgipfel.

Dort angekommen gönnen wir uns eine etwas längere Brotzeit; das anstrengendste Stück der langen Wanderung erwartet uns ja noch.

Nach augesetztem Abstieg am Stahlseil queren wir die Rinne zum Westrücken der Hohen Munde...

...und steigen dort die letzten 100 Hm am Seil nach oben.

Dort geht es luftig weiter - ein wirklich schöner Abschnitt!

Danach zieht sich der Abstieg über den Westrücken zur Niederen Munde allerdings ewig - ich hatte nicht mehr in Erinnerung, wie lange man in die Scharte hinunterdackelt. Endlich biegt der Weg nordseitig ins Tal ab - auch dieses letzte technisch etwas anspruchsvollere Stück zieht sich noch über eine Stunde dahin.

Kurz vor dem Talboden genehmigen wir uns nochmals eine Stärkung - dringend benötigt. Am Ende der Pause verschwindet dann die Sonne hinter dem Karkopf, und es wird kalt. Wir verstehen das Zeichen und machen uns an die letzten etwa acht Kilometer auf dem Gaistalweg zurück nach Leutasch.

Weit kommen wir nicht - zu verlockend springt uns die Idee von Apfelstrudel und Kaffee an der nahegelegenen Gaistalalm an. Und noch dazu scheint dort die Sonne noch gemütlich an den Sitzplatz!

Nach dem Dessert geht es weiter; kanadische Landschaften erfreuen das Auge.

Schließlich überqueren wir nahe Leutasch die letzte Brücke des Tages; knapp 22 Kilometer bei 1700 Hm liegen hinter uns. Wir haben die nötige Bettschwere auf jeden Fall hereingewandert!

Tags darauf belassen wir es bei einer kleinen Radrunde zur Tillfußalm - nach Wander-Großtaten steht uns und unseren Beinen der Sinn nicht mehr. Den hübschen Bachlauf erblicken wir heute goldglänzend in der Vormittagssonne.
Die drei Tage in der Leutasch haben und gut getan - noch dazu bei solch einem tollen Wetter. Dementsprechend rollen wir zufrieden zurück nach München.
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